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SAAT – "Salziges Glück“ (Donna Celeste 701)

PHANTASMAGORIA / Vertrieb JARO MEDIEN

Nach fast zweijähriger Pause, bedingt durch das Ableben von Lothar Gärtner (26.06.56 - 04.12.05), Gründer von Strange Ways Records und Phantasmagoria, kommt mit großer Verspätung - nach elf  Phantasmagoria-Veröffentlichungen - nun ein Projekt, das Lothar zu Lebzeiten sehr am Herzen lag: Die Band SAAT.

Bis dato steht es 11:0 für die Männer, was Phantasmagoria-Vös betrifft – das soll sich ändern!

Nach der Serie "Melinda“, in welcher Künstler wie Mark Burgess (Chameleons), Phil Shoenfelt, Matt Howden (Sieben), God Box (ex Shiny Gnomes), The Good Sons (MWK), Bongogott (Richard Pappik - Trommler von Element of Crime), Raindogs (prod. Walkabouts-Chef Chris Eckman), The Dark Side of Syd (Carlos Peron / Yello) und Carnival of Dreams verlegt wurden, erscheint jetzt erstmalig in der brandneuen Serie "Donna Celeste“ (.... Si, si ... - "himmlische Frau“) ein Werk mit weiblicher Dominanz, was die Gesangsstimme betrifft.

Die Band aus der Hauptstadt der Republik um die charismatische Frontfrau und Pianistin Tarme, alias Antje Chemnitz (vor der Eheschließung A. Merkel), überzeugt mit Musik in kammermusikalischer Besetzung auf hohem handwerklichen Niveau und sehr anspruchsvollen Texten. Tarmes Gesang erinnert zuweilen an die junge Laura Nyro, auch eine stimmliche Nähe zu Tori Amos ist zu erahnen.

Der gebürtigen Thüringerin gelingt es, das Publikum mit auf ihre eigene, ganz persönliche Reise zu nehmen. Sie gestattet dem Zuhörer tiefe Einblicke in ihre Seele.

Mit sehr gefühlvollem Geigenspiel gelingt es Antje Messerschmidt dem Klangbild Tiefe und Dynamik zu verleihen. Thomas Görsch strukturiert und akzentuiert den "Saat-Sound“ mit präzisen, prägnanten Drums.

Ihr Handwerk haben die Drei noch im Osten unseres Landes erlernt, wo sie auch schon vor der "Saat Zeit“ Spuren hinterlassen haben. Die einen oder anderen erinnern sich sicherlich noch an Namen wie Poems for Laila, Tshiketai, Amagut, Coa, Knorkator, Mutabor, Der Expander des Fortschritts.

Am Bass groovt als Gastmusiker der einzige "waschechte“ Berliner, Serge Radke (Six of the perfect pair, Thorshammer, Marc Brandenburg-Combo).

Hier handelt es sich um eine Werkschau einer deutschen Band mit dem nicht alltäglichen Talent, ehrliche Musik mit schönen Refrains zu produzieren. Zweifelsohne hat "Salziges Glück“ Ecken und Kanten, dennoch bin ich davon überzeugt, dass "Saat“ Potenzial hat, Größeres zu bewegen. Allerdings könnte mit etwas mehr Leichtigkeit in der Umsetzung der Songs ("Handwerk hat goldenen Boden?“) die "Saat“-Musik einem noch breiteren Publikum zugänglich gemacht werden.

 

 


Phantasmagoria - Postfach 62 07 63 - 10797 Berlin